Köln

Stimmen zum Jugendforum in Köln:

„Das Jugendforum war sehr  interessant und cool. Ich mag es mich mit anderen Jugendlichen in meinem Alter auszutauschen. Wir haben gemerkt, dass wir oftmals ähnliche Probleme in der Schule oder in unserer Freizeit haben.“
Roxy, 16

 „Das Thema „Inklusion“ war für mich sehr interessant. Hier habe ich einige Dinge dazu gelernt. Im Vorfeld der Veranstaltung hat mir leider die nötige Kommunikation gefehlt. Es hab unterschiedliche Zeitabsprachen.“
Felix, 16

 „Die Atmosphäre während des ganzen Jugendforums war super! Es gab so viele Themen zu denen man sich beteiligen konnte. Mir haben die Ergebnisse, die in den einzelnen Gruppen zur Inklusion und  zur Flüchtlingspolitik besprochen wurden, sehr gut gefallen. Hier habe ich gelernt, welche Rechte und Einschränkungen Flüchtlinge in Deutschland haben.“
Levin, 17

 „Mir hat es heute sehr viel Spaß gemacht. Der Austausch mit anderen Jugendlichen war sehr hilfreich für mich. Ich weiß jetzt, dass meine Schule noch viel mehr im Bereich Inklusion machen muss. Wir haben z.B. nicht genügend Aufzüge für behinderte Jugendliche. Das muss sich schnell ändern! Wir brauchen außerdem mehr Fachkräfte und Lehrer, die sich mit dem Thema Inklusion auskennen.“
Alina, 13

„Es gab heute sehr viele Themen, die mir auch in meinem Alltag immer wieder begegnen. Wir haben u.a. über die Situation in den jeweiligen Schul-Mensas und über die Arbeit mit hilfsbedürftigen Menschen gesprochen. Die Organisation der Veranstaltung war sehr gut.“
Lewin, 13

„Ich habe mich als Mitglied der Bezirksschülerinnenvertretung (BSV Köln) über die frischen und neuen Ideen der Teilnehmer gefreut. Wir haben gemerkt, dass wir alle im selben Boot sitzen und auch vielleicht die gleichen Probleme haben. Die angesprochenen Forderungen werden wir auch bei der BSV Köln besprechen und den Schülerinnen und Schülern mit Rat und Tat zur Seite stehen.“
Awid, 20

Inklusion, Flüchtlingserfahrungen und viele Probleme in der Schule!

Das Bürgerschaftshaus Bocklemünd in Herzen von Köln: Hier versammelten sich am 10.10.2013 über 60 Jugendliche, um gemeinsam an der Initiative „umdenken-jungdenken“ teilzunehmen. Die Schülerinnen und Schüler im Alter von 11-20 Jahren stellten Forderungen auf, die beim Jugendkongress im Düsseldorfer Landtag am 24. Januar 2014 vorgestellt werden sollen.

Die Jugendlichen sind gut vorbereitet. Die meisten von ihnen engagieren sich bereits in Jugendgremien, zum Beispiel in der SV in ihrer Schule oder durch ehrenamtliche Arbeit in einem Verein. Die meisten von ihnen sind sogar in der BSV, der BezirksschülerInnenvertretung von Köln, aktiv. Sie wissen also genau, welche Probleme und Forderungen es von Seiten der Jugendlichen an die Politik gibt.

Das Jugendforum wird mit einer kurzen Vorstellungsrunde der Workshopleiter/innen eingeführt. Es stehen den Jugendlichen danach vier verschiedene Themenbereiche zur Auswahl. Inhaltlich geht um Inklusion in der Schule, Schulbaustellen, gemeinsames Lernen und um Menschen mit Fluchterfahrungen. In unterschiedlichen Räumen werden diese Themen nun vertieft. Man merkt deutlich, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer viel Redebedarf haben. Die Beteiligung in allen Diskussionsrunden ist sehr groß.

Es wird die Frage aufgeworfen, wie man die Inklusion in Schulen verbessern kann. Dabei wird auf konkrete Missstände hingewiesen. „In meiner Schule ist es so, dass es viel zu wenig Aufzüge für möglicherweise behinderte Jugendliche gibt. Außerdem kann ich mir im Moment überhaupt nicht vorstellen, dass ein Rollstuhlfahrer in den engen Gängen meiner Schule sich zurecht findet. Das finde ich schade!“, berichtet ein Teilnehmer.

Es entwickeln sich nach und nach Ideen, wie die jeweiligen Schulen verbessert werden könnten, um so ein gemeinsames Lernen zu ermöglichen. Ein Teilnehmer im Rollstuhl meint dazu: „Ich möchte einfach nur, dass alle Schülerinnen und Schüler, egal ob eingeschränkt oder nicht, gemeinsam in der Schule lernen können. Man sieht doch, dass ich ganz normal reden und diskutieren kann. Wieso kann ich dies nicht auch in einer ganz normalen Schule tun?“

Er erntet für seine Äußerung zustimmendes Nicken. Im Anschluss an diesen Meinungsaustausch wird ein Plakat gestaltet, wo die Jugendlichen sich ihre ideale, inklusive Schule vorstellen dürfen. Es werden Inhalte gesammelt, die für ein gemeinsames, barrierefreies Lernen notwendig sind. Im Anschluss werden daraus Forderungen erarbeitet, die dann im Plenum vorgestellt werden.

„Meine Schule ist fast abgebrannt. Leider wird von der Politik wenig für den Wiederaufbau getan!“

Gleichzeitig tauschen sich in einem anderen Raum die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die unterschiedlichen Probleme in ihren Schulen aus. Awid beschreibt die Situation: „In meiner Schule ist fast ein ganzes Gebäude abgebrannt. In diesem Gebäude war auch das Lehrerzimmer. Nun müssen die Lehrer auf verschiedene Klassenräume ausweichen und wir haben nicht mehr richtig Unterricht. Meine Schule ist eine einzige Baustelle.“
Flexible Stundenpläne für mehr Freiräume bei den Jugendlichen!

Nebenan wird über die Möglichkeit von jugendlichen Freiräumen außerhalb der Schule diskutiert. Und welche Möglichkeiten gibt es, um Schülerinnen und Schülern mehr Mitbestimmung in der Schule zu geben. Eine Teilnehmerin schlägt einen flexiblen Stundenplan vor. So könnten unnötige Freistunden vermieden werden. Dieser Vorschlag wird von den anderen Jugendlichen begeistert aufgenommen und als eine zentrale Forderung aufgeschrieben. So sammeln sich nach und nach weitere Ideen.

„Die Flüchtlingspolitik in Deutschland ist ein sozialer Stolperstein“

In einem weiteren Raum werden die Rechte und Einschränkungen von nach Deutschland kommenden Flüchtlingen besprochen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfahren von Haya, einer Expertin für Asylpolitik, wie Menschen leben, die aus ihrem eigentlichen Heimatland geflohen sind. Dabei stellt sich heraus, dass die Lebensbedingungen von Flüchtlingen in Deutschland verbessert werden können. Ein Teilnehmer merkt an: „Die Flüchtlingspolitik in Deutschland ist ein sozialer Stolperstein“. Auch in diesem Workshop werden Forderungen aufgestellt, die am Ende der Veranstaltung allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Jugendforums vorgestellt werden.

Die im Plenum angesprochenen Forderungen sind sehr konkret. Die Jugendlichen wollen sich auch nach dem Jugendforum treffen, um die erarbeiteten Ideen umzusetzen. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind sich einig, dass die Politik in ihrer Stadt Köln und in Nordrhein-Westfalen jugendgerechter, sozialer und inklusiver sein muss.

Bilder:

Aus Köln berichteten:
Christina Heuschen (Fotos und Interviews) und Lars Mittkowski (Text und Interviews)

TERMIN JUGENDFORUM

10. Oktober 2013

ORT

Bürgerschaftshaus Bocklemünd e.V.

Görlingerzentrum 15
50829 Köln
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Veranstalter

Kölner Jugendring e.V.

Kartäuser Wall 24b
50678 Köln

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Bezirksschüler/
innenvertretung Köln

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